Düngung – Pflanze

29. März 2019

Düngeverordnung 2020: Was kommt auf die Landwirte zu?

Bis Ende März verlangt die EU-Kommission eine erneute Verschärfung des Düngerechts. Der Druck auf Deutschlands Landwirte steigt weiter an. Die Düngeverordnung (DüV) aus 2017 ist aus Sicht der EU nicht zufriedenstellend, sodass Nachbesserungen vorgenommen werden sollen. Ab Mai 2020 sollen diese in Kraft treten.  

Viele Orte Deutschlands weisen überhöhte Nitratwerte im Grundwasser auf. Überwiegend werden als Ursachen für die Überschreitung der Grenzwerte Dünger aus der Landwirtschaft, wie beispielsweise Gülle, gesehen. Dieser Ansicht ist auch der Europäische Gerichtshof und hat eine Verurteilung ausgesprochen. Um von Brüssel angedrohte Strafzahlungen vermeiden oder mindern zu können, plant die Bundesregierung, insbesondere die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), die Düngeverordnung zu verschärfen.

Wer ist genau betroffen?

Regionen mit hohen Tierbeständen und Gebiete mit intensivem Gemüsebau sind von den Änderungen der Düngeverordnung am stärksten betroffen. Bei zu hohen Aufwandmengen kann Stickstoff, der durch die Düngung in den Boden gelangt, nicht vollständig von den Pflanzen aufgenommen werden. Niedersachsen weist von allen Bundesländern die höchsten Nährstoffwerte auf. Die Kritik lautet: Hier werden zu viele Tiere auf kleinem Raum gehalten, sodass Gülle und Mist in großen Mengen anfallen und auf den Feldern ausgebracht werden.

Das Aus für viele Landwirte?

Die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast (CDU), ist sich sicher, dass sowohl Stickstoff- als auch Phosphatüberschüsse deutlich minimiert werden können, wenn die 2018 beschlossenen Vorkehrungen gezielt durchgeführt werden. Weiter weist sie darauf hin, dass einzelne Pflanzen ohne angemessene Düngung nicht mehr angebaut werden können.

Albert Schulte to Brinke, Niedersachsens Landvolk-Präsident, sagt: „Unter diesen Voraussetzungen ist weder ein den Qualitätsnormen unserer Kunden entsprechender noch wirtschaftlich darstellbarer Anbau von Obst, Gemüse und Brotgetreide möglich.“ Laut Angaben des Landvolkes ist der Einkauf von Stickstoffdüngern im vergangenen Jahr bereits um 15 Prozent zurückgegangen. Darüber hinaus hätten die Landwirte ihre Tierbestände verkleinert.

Was passiert in den nächsten Tagen und Wochen?

Am 4. April findet in Münster eine Demo mit 4.000 bis 5.000 norddeutschen Landwirten gegen die Verschärfung der Düngeverordnung statt. Auch die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Julia Klöckner (CDU), möchte diese Veranstaltung wahrnehmen und eine Rede halten.

Julia Klöckner und Svenja Schulze haben einen Entwurf der Düngeverordnung nach Brüssel geschickt. Sollten sich Deutschland und die EU nicht einigen können, wird es teuer. Strafzahlungen von 860.000 Euro pro Tag sind aktuell im Gespräch.

Parallel wird beobachtet, was in den Nachbarländern passiert. Dänemark und Frankreich stehen vor gleichartigen Herausforderungen.

Inhalte des neuen Entwurfs im Kurzüberblick

  • Die Obergrenze 170 kg Stickstoff (für Gülle) pro Hektar soll nicht mehr nur im Durchschnitt für den ganzen Betrieb gelten, sondern für jedes einzelne Feld
  • Die Düngeverordnung soll früher als geplant in Kraft treten

Für sogenannte „rote Gebiete“, in denen der zulässige Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter überschritten wird, gilt:

  • Der für jede Kultur errechnete Düngebedarf soll pauschal um 20 Prozent gesenkt werden
  • Verbot der Herbstdüngung für Winterraps, Gerste und Zwischenfrüchte (ohne Futternutzung)

 

Grundlegendes sowie weitere Neuerungen zur Düngeordnung finden Sie in folgendem Artikel:

https://agrar-trends.de/duengeverordnung-2017/

Warum wird gedüngt?

Pflanzen brauchen Nährstoffe zum Leben und Wachsen, insbesondere Stickstoff, Phosphor und Kalium. Diese Nährstoffe stehen nur in unbegrenztem Umfang im Boden zur Verfügung. Die Pflanze entzieht dem Boden Nährstoffe. Ohne Ersatz der benötigten Nährstoffe würden die Böden auslaugen und ihre Bodenfruchtbarkeit verlieren. Daher greifen die Landwirte mit der Ausbringung von Dünger ein. Eine gezielte und adäquate Düngung versorgt Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen und erhält und fördert die Bodenfruchtbarkeit.

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25 Jahre Agrar-Kompetenz

Der Initiator der Website agrar-trends.de ist Dipl.-Ing. agr. Dirk Gieschen. Der Agrarökonom und Agrarjournalist ist seit mehr als 25 Jahren auf die Analyse von Agrartrends sowie die Strategieberatung von Unternehmen im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft spezialisiert.

Darüber hinaus ist Dirk Gieschen Geschäftsführer der Werbe- und PR-Agentur GMC Marketing GmbH in Tarmstedt (Niedersachsen) und Geschäftsführer einer landwirtschaftlichen Ausstellungsgesellschaft.