Entwicklung – Betrieb

27. April 2020

Stimmung März 2020: Leicht erholt, trotzdem geringe Zuversicht

Das im März 2020 durchgeführte Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes zeigt, dass sich die Zukunftserwartungen der deutschen Landwirte in den vergangenen Monaten leicht erholt haben. Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage als auch die der zukünftigen Situation verbesserte sich im Vergleich zur Befragung im Dezember 2019. Die Beurteilung wäre ohne COVID-19 vermutlich noch etwas besser ausgefallen. Während die Investitionsbereitschaft der Landwirte wie im Vorjahr niedrig bleibt, ist auch das geplante Investitionsvolumen wieder gesunken.

Die Stimmung bleibt wenig optimistisch: Das Konjunkturbarometer, welches der Deutsche Bauernverband quartalsweise durchführt, zeigt deutlich die Verunsicherung und wirtschaftliche schwierige Situation der Landwirte. Vor allem die verschärfte Düngeverordnung und die Ausbreitung des Covid-19-Virus drücken die Stimmung. Diesen negativen Agrartrends stehen nur wenige positive Entwicklungen gegenüber.

Einschätzung der aktuellen Lage abhängig von Betriebsform

Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation fällt je nach Betriebstyp unterschiedlich aus: Die Veredlungsbetriebe profitieren noch von der positiven Preisentwicklung bei Schweinen, verursacht durch die Afrikanische Schweinepest in Südostasien. Dementsprechend fällt die aktuelle Einschätzung dieser Betriebe besser aus als die der Acker- und Futterbaubetriebe. Diese Betriebe schätzten im März ihre wirtschaftliche Situation nahezu genauso ein wie im Dezember. Als besonders schwierig schätzen Futterhausbetriebe und Betriebe im Osten Deutschlands ihre aktuelle Liquiditätssituation ein.

Zukunftserwartungen der Landwirte verhalten optimistisch

Die Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung fällt im Rahmen des Konjunkturbarometers aktuell besser als die zukünftig prognostizierte Entwicklung aus. Momentan beurteilen die Landwirte ihre Situation mit dem Indexwert 3,06 auf einer Notenskala von 1 bis 5 optimistischer als zukünftig mit 3,28. Diese Verschlechterung begründet sich unter anderem mit den künftigen Entwicklungen der Corona-Krise.

Unsicherheit verursacht niedrig bleibendes geplantes Investitionsvolumen

Für viele Landwirte ist die Unsicherheit, die durch die Verschärfung der Düngeordnung und insbesondere durch die Corona-Krise noch verstärkt wird, der Grund für eine zurückhaltend bleibende Investitionsneigung. Das geplante Investitionsvolumen für April bis August 2020 hat sich im Vorjahresvergleich von 4,0 um 0,1 Milliarden Euro reduziert. Dieser Trend zeigt sich besonders bei den geplanten Ausgaben für im Bereich Stallbau und -technik, die von 1,7 auf 1,3 Milliarden zurückgegangen sind. Aufgrund dieser Verunsicherungen fehlt den Landwirten offensichtlich die nötige Planungssicherheit, um Zukunftsinvestitionen beruhigt tätigen zu können.

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25 Jahre Agrar-Kompetenz

Der Initiator der Website agrar-trends.de ist Dipl.-Ing. agr. Dirk Gieschen. Der Agrarökonom und Agrarjournalist ist seit mehr als 25 Jahren auf die Analyse von Agrartrends sowie die Strategieberatung von Unternehmen im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft spezialisiert.

Darüber hinaus ist Dirk Gieschen Geschäftsführer der Werbe- und PR-Agentur GMC Marketing GmbH in Tarmstedt (Niedersachsen) und Geschäftsführer einer landwirtschaftlichen Ausstellungsgesellschaft.