Ackerbau – Pflanze

17. Juli 2019

Höhere Erträge durch gutes Bodenmanagement

Dürre, stärkere Unwetter, Klimaveränderungen – das Wetter beeinflusst die Ernte mittlerweile mehr als jeder andere Agrar-Trend: all das zeigt uns, dass im Pflanzenbau ein Umdenken stattfinden muss, solange weiterhin Erträge erzielt werden sollen, Nahrungssicherheit geboten werden soll und Wettbewerbsfähigkeit garantiert werden soll. Bisher standen hohe Erträge, Pflanzengesundheit und Standfestigkeit der Pflanze im Vordergrund. Die Wurzelforschung gehörte, wenn überhaupt, zum Randthema. Gerade zu Zeiten von Klimaveränderungen, Dürreperioden und einem begrenzten Düngeeinsatz stellt sich das Wurzelsystem jedoch als ein entscheidender Faktor heraus.

Bisheriger Kenntnisstand
In der Vergangenheit wurden Ertragssteigerungen vor allem durch neue Züchtungen und ein verbessertes Pflanzenbau-Management erzielt. Der zunehmende Einsatz von Mineraldünger und Pflanzenschutz förderte die Entwicklung der Pflanzen. Der Tatsache, dass Pflanzen bei ausreichender Nährstoffversorgung mit ihren Wurzeln nicht tief in den Boden wachsen, um dort Ressourcen aufzunehmen, wurde zunächst wenig Beachtung geschenkt.

Schon vor der Aussaat Einfluss nehmen
Deutschlands Böden wurden im Sommer 2018 nachhaltig ausgetrocknet. Als Wasserspeicher, der an regnerischen Tagen Wasser speichert und dieses an heißen Tagen wieder abgibt, gehört der Boden zu unserem wertvollsten Gut. Doch was passiert, wenn Wasservorräte aufgrund trockener Perioden nicht mehr nachgefüllt werden können und die Wasserspeicher aufgebraucht sind?

Es gibt Möglichkeiten schon vor der Aussaat Wasserengpässen vorzubeugen. Eine abwechslungsreiche und sinnvoll an den jeweiligen Standort angepasste Fruchtfolge kann zur Erhöhung des Humusgehaltes im Boden führen. Die Verfügbarkeit des Bodenphosphors steigt, sodass weniger Phosphor gedüngt werden muss. Nährstoffe können langfristig erhalten bleiben und der Humus kann Wasser speichern, was insbesondere im Hinblick auf die Klimaerwärmung von großer Bedeutung ist.

Pfluglose Bodenbearbeitung
Unabhängig vom Klimawandel oder Einschränkungen bei der Düngung, bekommt die Durchwurzelbarkeit im Boden einen neuen Stellenwert. Durch tiefgründigen, weitläufigen Wurzelraum lässt sich Wasser besser aufnehmen und Nährstoffe lassen sich speichern. Bodenverdichtungen lassen sich durch schonende, pfluglose Bodenbearbeitung und den Zwischenfruchtanbau aufbrechen. Optimaler Wurzelraum wird geschaffen. Auch Breitbereifung an den Fahrzeugen sorgt für eine Schonung des Bodens. Aktuell wird untersucht, inwieweit die Wahl der Sorte Einfluss auf die Durchwurzelung hat.

Im Kampf gegen Dürreperioden und für Klimaschutz
Das Wurzelwachstum und eine ansehnliche Wurzelentwicklung bilden die Grundlage für gute Erträge. Wenn die Wurzel sich optimal herausbilden kann, kann sie Bodenwasser besser nutzen und damit mehr verfügbare Nährstoffe aufnehmen. Neben der Anpassung an Trockenperioden, liefert die Wurzel als Kohlenstoffspeicher im Boden einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Die enge Interaktion von Ton, Bodenaggregation und organischem Material ist Dreh- und Angelpunkt für einen stabilen Bodenkohlenstoff. Die Wurzeln sind der bedeutendste Faktor für den Transport von Kohlenstoff in den Unterboden.

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Welche Art der Bodenbearbeitung?

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Organischer Dünger oder Zwischenfrüchte?

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Welche Sorte könnte die Wurzelentwicklung positiv beeinflussen?

Wie sieht das Wurzelbild im Idealfall aus?

Abhängig vom Standort, unterscheidet sich der Wurzeltyp. Auf seichten Böden ist eine dichte Durchwurzelung für die optimale Nutzung aller Ressourcen erwünscht. Tiefgründige Böden haben ein hohes Speichervermögen, weshalb ein tiefer Wurzelgang gewünscht wird.

Die Weichen für die Entwicklung der Wurzeln im Boden werden bei der Art der Bodenbearbeitung, der Wahl zwischen organischem Dünger und Zwischenfrüchten oder der Entscheidung zur Tiefenlockerung oder Drainagen getroffen. Hier machen Landwirte die Unterschiede.
Diese Vorbereitungen schützen keineswegs vor Unwetter oder außerordentlichen Temperaturen, sie legen jedoch den Grundstein für eine erfolgreiche Ernte. 

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25 Jahre Agrar-Kompetenz

Der Initiator der Website agrar-trends.de ist Dipl.-Ing. agr. Dirk Gieschen. Der Agrarökonom und Agrarjournalist ist seit mehr als 25 Jahren auf die Analyse von Agrartrends sowie die Strategieberatung von Unternehmen im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft spezialisiert.

Darüber hinaus ist Dirk Gieschen Geschäftsführer der Werbe- und PR-Agentur GMC Marketing GmbH in Tarmstedt (Niedersachsen) und Geschäftsführer einer landwirtschaftlichen Ausstellungsgesellschaft.