Geflügel – Tier

12. Februar 2021

Wie entwickelt sich der Geflügelmarkt?

Seit dem Frühjahr 2020 hat sich auf vielen Agrarmärkten einiges geändert – kaum ein Markt für landwirtschaftliche Erzeugnisse ist von den Auswirkungen des Coronavirus SARS-CoV-2 verschont geblieben. Welchen Einfluss hat die Pandemie konkret auf den Geflügelmarkt genommen und was beschäftigt die Branche darüber hinaus?
Agrar-Trends gibt einen Überblick über die deutsche, europäische und globale Marktentwicklung.

Deutsche Marktentwicklung

Der Anteil des erzeugten Geflügelfleisches ist in Deutschland von 2000 bis 2020 um etwa 9 Prozent auf 22 Prozent gewachsen. Im Jahr 2020 ist die deutsche Geflügelerzeugung im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich geblieben. Das Bruttoschlachtgewicht wird auf 1,835 Millionen Tonnen geschätzt.

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Hähnchen

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Puten

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Schlachthennen

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Enten

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Gänse und Sonstige

Die Verteilung sieht folgendermaßen aus: 66 Prozent Hähnchen, 29 Prozent Puten, 2,4 Prozent Schlachthennen, 1,9 Prozent Enten und 0,2 Prozent Gänse und Sonstige.

Bei allen Geflügelarten kam es im Laufe des Jahres 2020 zu Preissenkungen. Grund dafür ist zum einen eine geringere Fleischnachfrage durch Corona bedingte Beschränkungen besonders im Inlandsmarkt. Zum anderen sind die Geflügelfleischpreise durch einen geringeren Importbedarf von China und Saudi-Arabien gesunken.

Einfluss der Corona-Pandemie auf den deutschen Geflügelmarkt
Im Laufe des Jahres 2020 machten sich vor allem fehlende Bestellmengen aus der Gastronomie und Großverbrauchern wie z.B. Kantinen bemerkbar, welche für den Geflügelmarkt eine bedeutende Rolle spielen. Nicht absetzbare Übermengen mussten eingefroren werden, teilweise wurden Kühlkapazitäten knapp. Eine erhöhte Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel konnte der Entwicklung zum Teil entgegenwirken. Weiterhin bleiben jedoch Unsicherheiten, die zukünftige Planungen der Landwirte, Geflügelaufzucht- sowie Schlachtbetriebe erschweren. Wird es erneut zu beschränkten Einreisebedingungen für Arbeitskräfte kommen? Inwieweit müssen Lieferketten und Produktionsabläufe geändert oder angepasst werden? Welchen Einfluss nehmen zukünftige politische Entscheidungen?

Vogelgrippe erneut in Deutschland
Bis Anfang 2021 wurde die Vogelgrippe auf Geflügelbetrieben in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen gemeldet. Über Zugvögel erfolgte die Einschleppung im letzten Herbst. Die ansteckende Viruserkrankung betrifft vor allem Hühner, Puten und Enten. Die bisher größte Vogelgrippen-Erkrankung in Deutschland und Europa kam im Winter 2016/2017 durch Zugvögel aus Asien. Einige, bis heute aber in der Summe nur wenige betroffene Betriebe, mussten alle Tiere ihres Bestandes töten lassen. Ein Sperrbezirk im Umkreis von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet im Umkreis von zehn Kilometern wurden errichtet. In und aus diesem Radius dürfen keine Tiere, Eier oder frisches Fleisch verkauft werden. Wie sich die Vogelgrippe weiter entwickeln wird, ist noch unklar.

Europäische Marktentwicklung

Anders als in den vorherigen Jahren, ist die europäische Produktion von Geflügelfleisch 2020 leicht rückläufig. Laut EU-Kommission belief sich die Geflügelfleischproduktion 2020 auf 13,8 Millionen Tonnen und liegt damit 0,4 Prozent hinter dem Ergebnis aus 2019. Erstmals bezieht sich diese Aussage auf das Gebiet der EU 27, da das Vereinigte Königreich nach dem Brexit keine Berücksichtigung mehr findet. Für 2021 wird ein weiterer Rückgang von 0,2 Prozent prognostiziert.

Wird alleine die Erzeugung von Hähnchen betrachtet, welches den europäischen Markt mit einem Anteil von 82 Prozent dominiert, wurde das Vorjahresniveau 2020 mit 11,3 Millionen Tonnen leicht überschritten. Ein Fünftel davon wurde ausschließlich in Polen erzeugt.

Die Putenerzeugung ist gegenüber dem Vorjahr mit einem Anteil von 14 Prozent an der europäischen Erzeugung leicht rückläufig. Polen ist der größte Putenerzeuger in der EU, gefolgt von Deutschland, Frankreich und Italien.

Die europäische Entenerzeugung ist im Jahr 2020 um rund 7,6 Prozent auf 4 Prozent gesunken.

Globale Marktentwicklung

Anders als in den vorherigen Jahren, ist die europäische Produktion von Geflügelfleisch 2020 leicht rückläufig. Laut EU-Kommission belief sich die Geflügelfleischproduktion 2020 auf 13,8 Millionen Tonnen und liegt damit 0,4 Prozent hinter dem Ergebnis aus 2019. Erstmals bezieht sich diese Aussage auf das Gebiet der EU 27, da das Vereinigte Königreich nach dem Brexit keine Berücksichtigung mehr findet. Für 2021 wird ein weiterer Rückgang von 0,2 Prozent prognostiziert.

Wird alleine die Erzeugung von Hähnchen betrachtet, welches den europäischen Markt mit einem Anteil von 82 Prozent dominiert, wurde das Vorjahresniveau 2020 mit 11,3 Millionen Tonnen leicht überschritten. Ein Fünftel davon wurde ausschließlich in Polen erzeugt.

Die Putenerzeugung ist gegenüber dem Vorjahr mit einem Anteil von 14 Prozent an der europäischen Erzeugung leicht rückläufig. Polen ist der größte Putenerzeuger in der EU, gefolgt von Deutschland, Frankreich und Italien.

Die europäische Entenerzeugung ist im Jahr 2020 um rund 7,6 Prozent auf 4 Prozent gesunken.

Wie entwickelt sich der Geflügelmarkt zukünftig?

Für den Zehnjahreszeitraum von 2019 bis 2029 prognostizieren die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und FAO ein Wachstum der globalen Geflügelfleischerzeugung um circa 13 Prozent.

In Deutschland wird für 2021 mit einer minimal geringeren Geflügelerzeugung gerechnet. Ursache dafür sind unter anderem hohe Auflagen bei der Genehmigung neuer Ställe.

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GMC Marketing GmbH

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25 Jahre Agrar-Kompetenz

Der Initiator der Website agrar-trends.de ist Dipl.-Ing. agr. Dirk Gieschen. Der Agrarökonom und Agrarjournalist ist seit mehr als 25 Jahren auf die Analyse von Agrartrends sowie die Strategieberatung von Unternehmen im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft spezialisiert.

Darüber hinaus ist Dirk Gieschen Geschäftsführer der Werbe- und PR-Agentur GMC Marketing GmbH in Tarmstedt (Niedersachsen) und Geschäftsführer einer landwirtschaftlichen Ausstellungsgesellschaft.